Der Sauseonkel fährt wieder los.

Diesmal mit Bammel, einem mulmigen Gefühl, einer Ukulele im Gepäck die er (noch) nicht spielen kann und mit einem ambitionierteren Plan: Nicht nur Ukuluele lernen, sondern durch viele fremde Kulturen und unwirtliche Gegenden zu fahren. Es soll über den Balkan durch die Türkei, Iran, Zentralasien bis nach Kirgisistan gehen, und wenn es klappt dann noch nach China. Und wenn dann noch Geld da ist, noch weiter. Doch der Reihe nach:


Zuerst mal der Vollständigkeit halber hier (man soll ja etwas abschließen bevor man das nächste anfängt) noch der Abschluss von letzter Reise, ich bin noch ein paar Fotos der letzten Etappe von letzter Reise schuldig, von Göteborg nach Hamburg. Missanga war ab Stockholm mit dabei, und mit ihr bin ich dann über Helsingborg, Helsingör, Kopenhagen, Fehmarn und Lübeck bis nach HH gefahren. Es ist schon über ein halbes Jahr her, in Erinnerung sind mir vor allem noch 4 Dinge:
1) "Konst öppet" und "lekande barn", und dann die "Viska ha Fiber" Schilder in den Vorgärten einiger schwedischer Pampa-Dörfer, die wir in Ermangelung der Sprachkenntnisse und aufgrund des Kontextes verschiedenst interpretiert haben, von "unsere Katze hat Fieber" bis "der Schulbusfahrer ist krank".
2) In Helsingborg hat eine Frau eine andere bedrängt, irgendwann flogen Fäuste, 3 Männer standen drumrum. Ich war gut 100m weg auf die Räder aufpassen (Missanga war irgendwo drin), und weil die Männer nur guckten hab ich die Räder stehen lassen und bin hin, hab einen der Männer gefragt, über was die streiten und ihm dann gesagt, komm lass uns das mal schlichten. Diese drecksfeigen Hunde haben was gelabert von "ach lieber nicht... das sind Drogies... streiten über Geld... gefährlich" usw. Ich konnts nicht fassen. 4 Männer werden ja wohl 2 Frauen auseinander bringen. Am Ende bin ich alleine dazwischengegangen, hab die aggressive an den Armen von hinten festgehalten damit die andere abhauen kann. Ich glaub die war so druff dass sie es nicht mal gemerkt hat. Als der eine Mann dann gemeint hat "oah, good job, well done, hero " und so hätt ich ihm am liebsten selbst eine reingehauen. Schade, am letzten Tag in Schweden noch so etwas erleben zu müssen, wo mir dieses Land doch bisher als absolut friedlich, freundlich und cool aufgefallen war.
3) Dänemark sind wir im Prinzip an zwei Tagen runtergerockt, mit einer Übernachtung in Kopenhagen bei Fena (vielen Dank nochmal!), inkl. Turmbesteigung, chillen in Christiania und Besichtigung eines Museums, und als wir in Fehmarn spätabends ankamen, sind wir auf den nächsten Campingplatz und wurden richtig von den deutschen Klischees erschlagen: Tätowierte Dauercamper oben ohne lassen ihren Bierbauch über den Plastikzaun um ihren Wohnwagen baumeln und ihre Kampftöle nervt den ganzen Platz. Es war kalt, es hat geregnet, welcome to Dschöörmänie.
4) Lübeck war nicht der Rede wert (Leute mit Stock im Arsch haben wohl trotz Marzipan nix zu lachen), Hamburg fand ich dagegen so toll, dass ich noch einige Tage blieb und mit Miss auf'm Kiez unterwegs war, endlich wieder kickern, schnacken und tanzen. Nette Mitbewohner hattse auch, Yep, heimkommen hat doch was schönes.

Den Winter über war ich übrigens in Saas Fee im Wallis, wo ich in einem netten Café vielen Deutschen, Holländern und Amis leckeren Kaffee gemacht habe, n bisschen Geld verdient und sonst viel Skifahren war. Schön wars, ein nettes Team, ein Dorf in einer anderen Welt, 4 Monate Urlaub, wenn man mal von der Arbeit absieht, und n paar Bilder gibts auch noch.


Leider mussten wir uns im Januar von unserem lieben Freund Janosch verabschieden, ein unfassbarer Schlag in die Leichtigkeit des Lebens, der für mich diesen Winter überschattet und das Leben verändert. Ich bin dankbar dass ich ihn kennen durfte, einen wunderbareren Menschen, der uns allen vorgemacht hat, wie man wirklich lebt. Bevor ich nach Saas Fee ging, konnte ich noch ein paar schöne Tage am Fels und im Schnee mit ihm verbringen, ohne zu ahnen dass ich ihn nie wieder sehen werde...Janosch, mit Dir war's immer am besten, und auch wenn Du nicht mehr hier bist, wirst Du im Herzen immer dabei sein!


Unser Leben geht weiter, und das essen wir am besten mit dem großen Löffel! Aus diesem Grund geht es wieder raus, wieder weg, dahin  wo ich noch nicht war!
Am Sonntag wurde der Rotor abermals gesattelt, mit dem Zug nach Wien gekarrt, von wo die Reise über den Balkan nach Asien offiziell startet. Ich bin gespannt. Ihr dürft es auch sein,

Euer sauseonkel

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