Heute mal in Ermangelung an Zeit und Laune weniger Text..

 

Als ich nach Montenegro über die Grenze fuhr, änderte sich die Landschaft schlagartig. Weniger Wald, viele Felsen und Hochplateaus, und überhaupt ist Montenegro dafür dass es so klein ist unglaublich abwechslungsreich und auf jeden Fall eine Reise wert. Überhaupt hatte ich das Gefühl, im winzigen Montenegro mehr gesehen und erlebt zu haben als im großen Bosnien. Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus und alle 2 Stunden radelt man durch komplett andere Landschaft. Aber die Bilder sagen mehr als tausend Worte... Nur von Niksic zur Küste ist es weniger interessant, dort dominiert ewige Karstlandschaft, die bis zur Küste reicht, dafür wird man reichlich belohnt, als sich plötzlich der Blick auf die Bucht von Kotor auftut. Dort der übliche Tourismus, trotzdem sind die Leute hier extrem nett und zuvorkommend, man hat nicht das Gefühl nur eine Geldquelle zu sein, die Strandliegenvermieter erlaubten mir, am Strand zu übernachten ohne was zu bezahlen, anscheinend ist die Zielgruppe eine ganz andere. In Budva habe ich Petr aus Prag zufällig wiedergetroffen, den ich in Zabliak zuvor schon kennengelernt hatte. Er ist nur mit Hund und Gitarre unterwegs und spielt Gitarre um sich seine Reise zu finanzieren. Mehr als 10 Euro besitzt er fast nie. Mit ihm habe ich dann in Budva ne kleine Gitarren/Ukulele-Session gemacht, er hatte noch einen Euro, und meine Einladung, für ihn Essen mit einzukaufen nur ungern angenommen. Als ich aus dem Supermarkt kam, spielte er, es waren bereits 70 ct. in seinem Hut, und während ich ihm ein Käsebrot machte, wurden es 3. Nachdem wir gegessen hatten spielten wir weiter, es kamen ein paar Jugendliche, einer zog ein Plektron aus der Tasche, fragte ob er mal an die Gitarre dürfte und rockte uns völlig unbekannte Songs auf Kroatisch runter. Die anderen Jungs standen drumrum, grölten mit und innerhalb kürzester Zeit waren 30 € im Hut. Die Jungs gingen weiter, drückten uns noch das Plektron in die Hand, und Petr verstand die Welt nicht mehr... So wurde er doch noch gut satt, und Doha, sein Hund, auch. Den Rest des Abends verbrachten wir mit ein paar einheimischen Jungs am Strand, spielten Lieder für sie, zusammen oder abwechselnd auf der Gitarre. Am nächsten Morgen brachte ich ihm noch True Love Waits von Radiohead bei, er kannte es noch nicht aber wollte es unbedingt lernen nachdem er von mir gehört hatte. Ich habe ihm dann noch den Songtext und die Akkorde aufgeschrieben, aber Petr ist nicht gut im englischen, und so hat er den Text in phonetischer / tschechischer Schrift noch mal daneben geschrieben. Überhaupt singt er zu den meisten Liedern nur "ajalalaja", oder "kukurukuku amore", er meint die Leute hören eh nicht auf den Text, also braucht er ihn auch nicht zu merken. Es reicht wohl um soviel Geld einzunehmen um sich essen und ab und zu ein busticket zu kaufen. Ich fand die Begegnung sehr inspirierend.

Am nächsten Tag bin ich über den Skadarsko-See nach Albanien gefahren. Auf dem Weg habe ich Adam und Grey aus London kennengelernt. Die beiden hatten schon eine Unterkunft ausgecheckt, und so kommt es dass ich gerade in Shkoder in einem netten Hostel gefrühstückt habe. Das heißt "Green Garden", und ist in jeder Hinsicht empfehlenswert. Der Gastgeber ging mit uns essen, danach noch auf ein Jazz-Festival, und gerade bringt er die Jungs noch in die Stadt zu einem Laden wo sie endlich mal ne Landkarte kaufen können. Albanien scheint was die Gastfreundlichkeit angeht also Montenegro und Bosnien in nichts nachzustehen. Ich bin gespannt.

Es grüßt der Sauseonkel

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