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Vor der Grenze

Ich gönnte mir zwei Luxus-Pausentage im sympathischen B&B von Marietta in Meghri, wie gesagt, 15 km vor der iranischen Grenze, denn ich wollte perfekt vorbereitet sein. Die letzten Erledigungen: den Computer vorbereiten, ein neues T-Shirt war längst fällig, alle Fotos auf den Server laden, überhaupt nochmal vernünftiges Internet nutzen. Vor allem wollte ich auch meine Erkältung auskurieren, die ich mir in den nasskalten Bergen zugezogen hatte. Für 40 Euro habe ich mich also 2 Tage lang päppeln lassen, inklusive reichhaltigem Frühstück und Abendessen, das für ein paar Personen mehr gedacht hätte sein können. Zum Glück stand auch immer eine Flasche Brandy auf dem Tisch, für überfüllte Mägen. Das Rad wurde fit gemacht. Neue Bremsbeläge, ein bisschen Bastelarbeit: der Rückspiegel war vor ein paar Tagen bei einem Umfaller abgebrochen. Der harnäckige Pistenschlamm wurde runtergebürstet - Iran soll gute Straßen haben -, der Sattel gefettet und alle Schrauben nachgezogen.
Und dann war es soweit: Morgens um 9 fuhr ich die wenigen Minuten zur Grenze ab. Was für eine Landschaft sich hier auftat! Auf beiden Seiten steile braune Berge, im Flusstal war es grün, die Ufer von Bäumen und Stacheldraht gesäumt. Leider alles Grenzgebiet, fotografieren verboten, bis zum Grenzübergang waren es noch 10 km, und dann rollte ich durch das Tor. Vor der Ausreise wurde mein gesamtes Gepäck geröntgt; das erste mal auf der Reise dass sich irgendjemand um mein Gepäck scherte. Die letzten 2 Personen vor dem Iran waren kurzberockte armenische Grenzbeamtinnen mit High Heels, offenen Haaren und knallrotem Lippenstift. Ob das Zufall ist oder Absicht sei dahingestellt, ich fand es jedenfalls bemerkenswert. Sie haben es sehr genau genommen mit der Passkontrolle, mit dem Fingernagel über das Bild gerubbelt, die Bindung wurde genau kontrolliert, mein Gesicht Ewigkeiten mit dem Bild abgeglichen. Mit einem wortlosen Kopfnicken wurde ich verabschiedet und ich fuhr über den Fluss. Ich war so angespannt wie bei keinem Grenzübertritt sonst. Was möchten die Iraner wohl von mir wissen? Was für Fragen werden gestellt? Könnte ich etwas im Gepäck haben was Probleme geben könnte? das GPS, die Medikamente? Ich schob mein Rad in die Grenzstation und gab meinen Pass am Schalter ab. 15 Minuten warten, viele vergebliche Versuche die Pass-Lesemaschine in Gang zu kriegen, Kollegen kamen und gingen, 20 Iraner wurden mittlerweile vor mir abgefertigt, und dann endlich ertönte es: "Zazing", das erlösende Geräusch des Einreisestempels. Ich liebe es.
In der Zwischenzeit war direkt hinter mir ein zweiter Reiseradler eingetrudelt: Ewald, 71 Jahre alt, ein Student für europäische Kultur aus Frankfurt/Oder. In seinen Semesterferien radelte er jetzt über Russland in den Iran. Im früheren Leben war er Lehrer für Politik, Sport und Mathematik.
Ich durfte mein Fahrrad weiterschieben, oder doch nicht? Nein, vorher wurde ich nochmal an einen anderen Schalter geordert und dann kamen tatsächlich ein paar Fragen. "Wie ist der Name meines Vaters? Welches ist mein Geburtsort? Ist das eine kleine Stadt? Welches ist die größte im Umkreis? Aha, München, ok! Schweinsteiger, Lahm? Dankeschön und gute Reise!" Was zur Hölle war das denn für ein Interview, ich konnte es kaum glauben, das war alles? Am letzten Schalter vor dem Ausgang tauschte ich mein restliches armenisches Kleingeld gegen ein Bündel Scheine mit lächerlich vielen Nullen, und dann rollte ich tatsächlich in den Iran hinaus. Das habe ich mir schwieriger vorgestellt.


Nach der Grenze

Mit Ewald radelte ich also Richtung Tabriz. Unsere erste Station war Jolfa, eine kleine Stadt 60 km flussaufwärts, d.h. westlich. An der Grenze zu Azerbaidschan tranken wir also in einem türkischen Restaurant einen russischen Kaffee und erkundigten uns nach dem Park, in dem man gerüchteweise zelten dürfte. So ganz ist es in meinem Kopf noch nicht angekommen, dass ich jetzt im Iran bin.
Der junge Kellner erklärte uns, man dürfte eigentlich in jedem Park im Iran zelten, und die Iraner machen genau dies mit Vorliebe. Er setzte sich zu uns und versorgte uns noch mit allerlei Tips und Wasser. Der Versuch zu bezahlen mit anschließender Diskussion wurde beendet mit den Worten "No! Please! I don't take money from tourists". Mh, ich muss also doch schon im Iran sein. "Please, come back for dinner"....
Nichts zu bezahlen während die Familien an den Nachbartischen mit einem Drittel der Kaufkraft unseres Geldes für ihr Essen berappen, wäre mir aber peinlich gewesen.
Wir sind an jenem Abend nicht hingegangen. Ich weiß immer noch nicht, was richtig gewesen wäre.

Aus Foren, Reiseberichten und von entgegenkommenden Reiseradlern die ich getroffen habe, wusste ich: Ist man in der Nähe von Marand, eine Stadt so groß wie Zürich, wird man von Akbar abgefangen, ein Netzwerk befreundeter Trucker kündigt ihm das Eintreffen von Radlern an, und ihm entginge keiner. Akbar, ein Mensch der Radler sammelt wie andere Menschen Autogramme, man werde fotografiert und nummeriert, und an seine Freunde im Rest Irans weitervermittelt. Wir fuhren unbehelligt nach Marand ein und am nächsten Morgen weiter Richtung Tabriz. Von Akbar keine Spur. Doch nur eine Legende?

Von Täbriz...

In Tabriz suchten wir die berühmte Touristeninformation von  Nasser auf, um nach dem Park zu fragen, der nur für Reisende reserviert ist und sogar Duschen hat. Er kennt die besten Geldwechsler, die bei Nachfrage mit einer Einkaufstasche voller Geldbündel in sein Büro kommen. Er sah unsere Räder und erzählte uns direkt, dass Akbar 2 Tage auf Radtour ist und uns deswegen in Marand wahrscheinlich nicht getroffen hat, richtig? Wie professionell und weitreichend ist denn das Netzwerk dieses Herrn Akbar dass sogar ein Offizieller in einer Großstadt 70 km entfernt bestens informiert ist?
Im Park lernten  wir Bill kennen. Er startet hier in Tabriz seine Fahrradreise, er kam frisch aus Sydney eingeflogen. Wir blieben drei Nächte in Tabriz und lernten in jeder wunderbare Iraner kennen, die eine Freude daran hatten uns zu begleiten und uns tolle Plätze zu zeigen, zu erfahren, was wir über den Iran denken, wie das Leben in Deutschland ist, usw. Ich habe so viele begabte, energische und motivierte junge Menschen getroffen, die gerne nach Deutschland zum studieren oder arbeiten kommen würden, denen aber mit TOEFL und Co., ganz zu schweigen von den Immigrationsbehörden riesige Steine in den Weg gelegt werden, die es fast unmöglich machen.
 Es ist leider schwierig, mit all den netten und interessierten Menschen in Kontakt zu bleiben, jeden Tag lernt man ein paar neue kennen. Manchmal scheinen die Menschen Schlange zu stehen und man müsste Termine vergeben, um mit jedem etwas zu unternehmen. Um gute Gesellschaft braucht man sich hier im Iran wirklich keine Sorgen zu machen.
Farin unterrichtet Englisch an einem privaten Institut. Er zeigte uns den Bazar, trank dort Tee mit uns und befreundeten Teppichhändlern und lud uns anschließend noch dazu ein, eine Englischklasse von ihm zu besuchen. Nun bin ich stolzer Besitzer eines kleinen Stückes alten Perserteppichs, von einem größeren Stück abgetrennt. Es wurde uns zum Abschied geschenkt und ist so groß wie ein halber Fußabtreter. Ich dachte erst, oh Mann, was soll ich denn auf dem Rad mit dem Teppich? Aber ich will ihn jetzt nicht mer hergeben. Mache ich irgendwo Pause auf Beton oder Gras, setze ich mich darauf. Abends wird er vor das Zelt gelegt, super zum Schuhe an- und ausziehen. Ein schönes heimeliges Gefühl. Ich bin so froh um diesen Teppich. Außerdem gibt er mir einen Haufen Street-Cred: Echte Iraner zelten auch nie ohne ihren Teppich.

...nach Ardabil

"Ardabil is very very cold. Be careful". Ich hörte es immer wieder, selbst Wochen später in Shiraz redeten die Leute noch über die Kälte dort, wenn man die Stadt erwähnte. Zum Glück hat es heiße Quellen in der Nähe:  braunes Wasser sprudelt am Fuße des Vulkans Sabalan in der Stadt Sar-Eyn in vielen Bädern aus dicken Rohren. Ein halber Tag sollte unsere Muskeln vom Bergauffahren regenerieren. In der Dunkelheit fuhren wir bei klirrender Kälte von vielleicht 23°C nach Ardabil und steuerten direkt den großen Park an, wo wir unsere Zelte auf dem perfekten Rasen auffschlugen. Ewald wollte ins Hostel, und ich glaube, auch alleine weiterfahren. Ich war jedoch froh, Gesellschaft zu haben, und mit Bill noch ein paar Tage gemütlich weiterzufahren war genau das Richtige. Ich konnte schöne Momente  und gutes Essen endlich wieder teilen, über Lustiges mit jemandem richtig laut lachen, über Kontroverses diskutieren sowie neue Inspiration schöpfen.
Weil aber alles seine Zeit hat, und jeder seinen eigenen Rythmus, verabschiedeten wir uns ein paar Tage später an einem frühen Morgen und ich sauste weiter. Mir lief ein bisschen die Zeit davon und ich wollte wieder Gas geben, während Bill lieber ausschlief und gemütlich machte.


Von Touristen und Fotos

Es ist Ende der Hauptreisezeit im Iran. Für viele Familien geht der Urlaub am Kaspischen Meer zu Ende. Ich kämpfe mich von Chalus das Elburz-Gebirge nach Tehran hoch. Eine endlose Autoschlange zischt sich an mir vorbei, jede Sekunde ein Hupen, ein Dopplereffekt-verzerrtes "Helloooouuuu", oder "How are you very much!" aus dem Fenster gebrüllt. Daumen nach oben werden aus dem Fenster gestreckt, junge Frauen auf der Rückbank winken einem kichernd zu (Der Flirtfaktor ist im Iran um ein vielfaches höher als in der Türkei!). Der halbe Iran ist hier unterwegs. Man wird gefeiert wie ein Radprofi. Autos überholen, ziehen nach rechts ran, 4 Leute springen raus, stellen sich einem in den Weg und fordern ein Photo.
Überhaupt scheint es der Lieblingssport von Iranern zu sein, sich mit seltsamen Touristen zu fotografieren, ich befinde mich auf mittlerweile mindestens 500 iranischen Facebook-Seiten, denn nach dem Foto fragt mich die Hälfte der Menschen, ob ich bei Facebook oder Instagram bin.
Aus einem Foto werden dann meistens vier, jeder ist mal dran. Das hält auf und nervt auf Dauer leider sehr, und irgendwann halte ich nicht mehr an und fahre um die Leute herum. Ich fühle mich schlecht: Die Menschen freuen sich so sehr dass man ihr Land besucht und heißen einen herzlich willkommen. Ich mache doch auch gerne Fotos von kuriosen Menschen. Ich rechtfertige vor mir selbst: Sollen sie soviele Bilder von mir machen wie sie möchten und können, aber ewig anzuhalten und mit jedem zu posieren ist nicht drin. Manche fragen noch nicht mal, scharen sich um einen herum, halten einen regelrecht fest, und fangen das Knipsen an. Ein Klassiker ist auch der Trick, großzügig Hilfe anzubieten, die gar nicht benötigt wird, um dann ein Foto zu fordern. Das hält dann doppelt auf. Ich bekomme ein bisschen das Gespür, wie sich berühmte Promis fühlen müssen, und kann absolut verstehen, wenn ab und zu einer von denen ausrastet. 


Indien

Manchmal erinnert der Iran auch ein bisschen an Indien. Manche Menschen vergessen anscheinend ihre Existenz. Am Kaspischen Meer hockte sich einer 50 cm vor mich hin und starrte mich an. Es folgten 10 weitere die sich im Halbkreis um mich scharten und zuschauten wie ich meinen Kocher zusammenbastelte. Eine Riesenshow. Was das wohl für ein kleines Wunderding ist? Alles wird angetatscht. Ich musste die Leute mit den Händen wegscheuchen wie kleine neugierige Welpen: "Achtung, Abstand halten! Gleich fliegt hier alles in die Luft! Kopf zurück, du Nulpe! Das hier ist Benzin", und der Funke des Feuerzeugs erzeugt eine große kurze Stichflamme. "Wusch!"
Ständig schallt einem auf der Straße die Frage der Fragen entgegen: "Countryyyy?", populär von einem Kopfschütteln und der wackelnden Hand begleitet. In dieser Situation, wenn noch nicht mal ein "Salam" oder "Hello" vorausgeht, teste ich gerne mal aus was passiert wenn man "Israel" sagt. Die Hälfte fängt an zu lachen, die andere Hälfte versteht "Switzerland".  Auch wenn man "Swasiland" sagt. Die Frage nach meinem Land beantworte ich am Tag zirka 20-50 mal. "Poland" wird als "Holland" verstanden, auch wenn man es drei mal wiederholt, und mehr als ein Drittel denkt man kommt aus Armenien ("Armanistan"), wenn man die Wahrheit sagt: "Alman". Manchmal kommen Leute mit einem Telefon an und fragen nach meiner Telefonnummer, bevor sie irgendetwas anderes sagen, nicht mal "Hello" oder "What's your name?". Gehts noch?


Iran, Ayran, Aryia

Wenn meine wahre Herkunft (Deutschland) erkannt ist, laufen manche Gespräche dann in die Richtung"Ahh, Aryia", auch gebildete Leute weisen einen darauf hin, dass die Deutschen und die Iraner ja die Arier sind. Ich weiß nicht, wo das herkommt. Kann das jemand erklären? Liegt das nur daran weil die Nazis den Begriff der Arier misbraucht haben? Wie absurd. Warum sonst wird dies nur angesprochen wenn ich sage dass ich aus Deutschland bin. Bei anderen Ländern wird das nicht erwähnt. Iran, das Land der Arier... Sie sind sehr stolz darauf. Es gibt arisches Dies, arisches Das, das Wort liest man immer wieder. Nur Ayran, der flüssige Joghurt mit Salz, heißt hier "Doogh", denn "Ayran" ist schon belegt: Es ist die persiche Schreibweise für den Iran.
Anscheinden sieht man mir meine Herkunft an. Ab und zu werde ich auf der Straße auch mit "Heil Hitler" begrüßt. Dafür gibts einen einen Daumen nach unten!

Zum Kandovan-Pass geht es streng monoton steigend (ein Begriff den ich seit dem Mathe-Unterricht bei Herrn Weber nicht mehr verwendete, mir aber jetzt spontan dazu einfällt) bergauf, den ganzen Tag, von -30 auf ca. 2000 m NN.
Ab 1800 gekletterten Metern steuerte ich jeden Laden an und kaufte eiskalte Zuckerlösung unterschiedlicher Geschmacksrichtungen oder alkoholfreies Bier, welches es in tausend Variationen gibt. Es wird meist ebenfalls mit Zucker und Fruchtaromen versetzt, entspricht also im Prinzip alkoholfreiem Radler und ist gut für ebendiese. Nicht mehr lange bis zum Tunnel. Aber eigentlich will ich da gar nicht durch. Bei dem Verkehr erstickt man ja bevor man zerquetscht wird. Die Alternative, noch ein paar 100 m höher über den Pass zu kurbeln, ist jedoch keine Alternative. Es war schon spät.
Der Himmel sendete Mohammed mit einem großen Pick-up.
Er lud mich und mein Rad auf und ab ging es durch den Tunnel. Es stellte sich heraus, dass er in Tehran wohnte, und weil er es anbot, fuhr ich mit ihm mit den Elburz auf der anderen Seite hinunter und verbrachte die Nacht bei seinem Bruder. So sparte ich mir die Suche nach einer Bleibe in Tehran, und einen ganzen Tag.


Mööööööööööp

Teheran ist voll, laut und stinkt, sein berühmt-berüchtigter Verkehr (der Ruf eilt ihm voraus) ist faszinierend. Wie kann auf einer stark befahrenen 4-spurigen Kreuzung der Verkehr trotzdem fließen? Im Iran gibt es 2 Verkehrsregeln: Wer zögert verliert, wer hupt (bzw. klingelt) fährt. Vorfahrt gibt es keine. Nie und nirgendwo. Ampeln sind Vorschläge. Es ist eigentlich recht einfach und ich finde mich im scheinbaren Chaos schnell zurecht, ziehe es mittlerweile fast dem europäischen System vor, denn als Radler findet man immer eine Lücke irgendwo. Als Fußgänger braucht man allerdings ein gutes Vertrauen. Frei ist es nie. Eine 6-spurige, also faktisch 8-spurige Straße überquert man so: Man geht langsam und gleichmäßig, nur vorwärts, nie zurück. Die Autos sehen einen schon und brausen auf allen Seiten um einen herum. Ändert man dann Geschwindigkeit oder Richtung, wird das gefährlich.
Ich muss 10 Tage auf mein Usbekistan-Visum warten. Weil Tehran außer dem Verkehr recht wenig zu bieten hat, ließ ich mein Gepäck bei Mehdi und setzte mich mit Victoire - sie traf ich an diesem Tag zum dritten mal auf dieser Reise - spontan in den Bus und fuhr für 4 Euro ca. 600 km nach Süden: Isfahan, berühmt für seine Brücken, Paläste und einen der größten Plätze der Welt: Meydan-e-Imam, mit der reich verzierten Masjed-e-Shah (Königs-Moschee).


Couchsurfing im Iran (ohne Couchsurfing zu benutzen)

Isfahan
Iran ist das Land, in dem man sich etwas wünscht, und schon geht es in Erfüllung: AliReza, ein 15-jähriger Schüler, spricht uns noch im Bus an, möchte seine Englischkenntnisse ausprobieren, und lädt uns direkt zu sich nach Hause ein. Hier kommen wir die folgenden 3 Nächte unter, vom Balkon ein gigantischer Blick auf die Großstadt: Bis zum Horizont und weiter. Er erklärt uns: Isfahan hat zwar nur ein drittel der Einwohner Teherans, ist aber größer. Am nächsten Tag sehen wir es: Viel Grün, weite Parks, niedrige Häuser. Der Verkehr hat Platz, die Luft ist gut. Weil Ferien sind, zeigt er uns mit seinem Cousin Farshid zwei Tage lang die Stadt. Sie weichen nicht von unserer Seite: Ich stelle fest: Gehe ich drei Schritte zurück um ein Foto zu schießen, macht auch Farshid drei Schritte zurück. Ich musste es einfach ausprobieren: Ich bleibe stehen, gehe einen engen Kreis, gehe einen Schritt nach rechts und zwei nach links. Farshid macht alles mit, ohne es zu merken. Ein Synchron-talent.
Zeit für das nächste Level dieses Spiels: "Geht schonmal weiter, ich komm gleich nach". Und dann erkenne ich: Wir sind die VIP, Farshid ist mein Bodyguard, und Agent. Ständig am Telefon. Wir haben Hunger, Farshid checkt online das nächstbeste Restaurant ab. Wir möchten den Chehel-Sotun-Palast besichtigen, Farshid ruft seinen Vater an, dieser arbeitet in der lokalen Regierung. Die Ticket-Kontrolleure wissen schon Bescheid als wir ankommen und winken uns durch.
Unter, neben, und auf den Brücken Isfahans spielt sich das halbe Leben ab. Hier trifft sich jung und alt, arm und reich, sportlich und faul. Junge Paare flirten vorsichtig, immer auf der Hut vor der Sittenpolizei. Das "Fatma-Kommando" hatte auch schon Victoire an der Angel, zwei Frauen im Schador ergriffen sie auf der Si-o-seh Pol (33-Bogen-Brücke) und wollten sie abführen. Sie wusste gar nicht was los ist. Als sich herausstellte dass sie Touristin ist, ließen die beiden Frauen von ihr ab. AliReza erklärte: Ihr Schal saß zu weit hinten, nur den Pferdeschwanz bedeckend, das war wohl zu aufreizend gekleidet.
Unter der Kadhu-Pol (Königs-Brücke) in den Gewölben herrscht eine ganz besondere Akustik. Flüstert man in einer Ecke etwas ins Gemäuer, hört man das in der gegenüberliegenden Ecke wie durch ein Schnurtelefon phänomenal laut und deutlich. Hier sang ein Mann in Lederjacke traditionelle persische Lieder, und schnell versammelten sich um ihn herum etliche Zuhörer, die auf eine spezielle Weise mit den Fingern dazu schnipsten: Der Daumen der linken Hand schnippst den Zeigefinger der rechten Hand über den der linken Hand auf den Mittelfinger, und das macht einen Riesenknall, wenn man es kann.
Ich habe es stundenlang geübt, aber bei mir macht es nur ganz leise "pft". Auf der Brücke lernten wir auch Vincent, einen weiteren Franzosen kennen. Mit ihm reisten wir am nächsten Tag weiter nach Shiraz.

Shiraz
Der Plan sah vor, im Park zu schlafen. Dort wollten wir noch eine Decke auftreiben, die mir (ich war der einzige ohne Matte und Schlafsack) für die Nacht etwas Wärme spenden sollte. Das sollte kein Problem sein, wie gesagt, die Iraner sind Weltmeister im Park-zelten und picknicken. Hadi, Der Eigentümer einer großen Decke, auf der er mit zwei Freunden zum Tee saß, rief sofort seine Kollegin Masa an, die Englisch kann und 10 Minuten später dazu kam. Kurz darauf kamen noch die Ehefrauen der Männer, und dann wurde gemeinsam auf der Decke zu Abend gegessen.  Masa holte uns am nächsten Morgen mit Frühstück im Park ab, zeigte uns die Sehenswürdigkeiten, und zum folgenden Abendessen waren wir schon bei ihrer Familie eingeladen. Sie ist unsere neue Freundin hier in Shiraz, und angeblich hat es ihr soviel Freude gemacht wie uns, 3 Tage zusammen zu verbringen. Vincent und ich schliefen auf dem Dach, da die Wohnung nur ein Zimmer hatte, und da schliefen die Frauen.

Ein Grund nach Shiraz zu fahren war für uns, Persepolis zu besichtigen. Die 2500 Jahre alte Palaststadt, von Zirrus dem Großen gegründet, von Alexander dem Großen 200 Jahre später zerstört. Sie liegt ca. 50 km nördlich von Shiraz bei Marvasht. Hadi, der Mann mit der Decke, wohnt dort und hat schon am ersten Abend alles für uns organisiert gehabt: Wir werden von seinem Freund abgeholt und nach Marvasht gefahren, dort stößt Hadi zu uns und fährt mit uns nach Persepolis. Er schleust uns durch einen Hintereingang, er kennt die Wächter, wir bezahlen nichts. Sein Freund bleibt bei uns, Hadi holt uns 3 Stunden später wieder ab und lädt uns zum Essen ein. Zurück in Shiraz erklärt uns Masa mit ihrer Freundin, wo wir diese Nacht schlafen werden. Sie hat uns eine Wohnung organisiert, ein Freund ist gerade nicht in der Stadt. Dort wollen wir uns einen schönen Abend unter jungen Menschen machen. Zu fünft brausen wir 90 Minuten mit dem Taxi kreuz und quer durch die Großstadt: Essen besorgen, eine Gitarre bei einem Freund abholen, dann sich zur Wohnung durchfragen. Der Fahrer verlangt am Ende ca. 7 Euro.

Yazd
Mit Vincent nahm ich am nächsten Tag den Bus nach Yazd (Victoire wollte weiter in den Süden nach Bandar Abbas). Noch in Shiraz, beim Einsteigen in den Bus, hat uns schon jemand für die erste Nacht zu sich nach Hause eingeladen. Wieder ein Mohammed, er kam nach 3 Monaten auf dem Tanker nach Hause nach Yazd, und seine gesamte Großfamilie empfing ihn am Bus-Terminal. Es gab ein luxuriöses Abendessen, und uns wurden Matzratzen im Wohnzimmer bereitgelegt. Nach dem Frühstück fuhr uns Mohammed ins Zentrum und verabschiedete uns mit einer Tüte Granatäpfel, Nüssen, und Süßigkeiten.
Wir spazierten durch die Stadt, irgendwas zwischen 500 Tausend und 1 Mio Menschen wohnen hier. Es ist die größte aus Lehm gebaute Stadt der Welt, am Rande der heißesten Wüste der Welt. 60 mm Niederschlag pro Jahr, und hunderte von Kilometern weg vom Rest Irans. Warum man hier eine Stadt baut, ist mir völligst rätselhaft, aber offenbar ist sie aus diesen Gründen auch von vielen Eroberern verschont geblieben, einfach zu weit ab vom Schuss!
Die Hitze wurde früher durch die Windtürme bekämpft, die noch überall in der Stadt stehen. Sie ragen über die Häuser hinaus und der Wind der dort oben weht sorgt für einen ordentlichen Sog im Turm, so dass in den Räumen darunter ein kräftiges Lüftchen weht, was in Verbindung mit Wasserfontänen eine erstaunliche kühlende Wirkung erzielt. Komplett ohne Strom. Trotzdem sind die allermeisten nicht mehr in Betrieb, Energie ist einfach zu billig im Iran, Gedanken über die Umwelt macht sich hier eh kein Mensch (Müll wird selbstverständlich in der Landschaft verteilt, Licht braucht man nicht auszumachen wenn man die Wohnung verlässt, und eine Klimaanlage anzustöpseln ist halt wirklich einfacher als einen Windturm aus Lehm zu erhalten).
Die folgende Nacht verbrachten wir wieder in einem Park. Wieder schlugen wir unser Zelt auf dem Rasen in einer dunklen Ecke auf, wieder wunderten wir uns warum die Iraner direkt neben der Straße unter der Straße auf Zement zelten. Wir suchten ein Fleck Park mit möglichst weichem Gras, ich zog meinen Pullover an und legte mich auf meine verbleibende Kleidung, eine Decke erachtete ich auf Grund der Temperaturen (wir befanden uns schließlich neben der heißesten Wüste der Welt) als unnötig. Um 1 Uhr wurden wir von der Security geweckt. Sie faselten etwas von Wasser (das ist immer das erste Wort das ich in einer neuen Sprache lerne) und deuteten in Richtung der Straße, wo wir unser Zelt auf dem Zement aufstellen sollten. Offenbar wird nachts der Park geflutet und wir wären mit dem Zelt abgesoffen. Anstatt dankbar war ich stinksauer, ich war todmüde, hatte keine Lust umzuziehen, noch dazu auf den Beton, ohne Matratze. Wir  fragten per Google Translate ob sie eine Decke oder einen Teppich hätten. Beides wurde verneint. Wann das Wasser angestellt wird. In einer Stunde. Wir hatten keine Wahl, wir mussten auf den Beton. Was für eine Ironie. Da ist man in der trockensten Ecke Irans, und muss vor dem Wasser flüchten. Grummelig packten wir unsere Sachen und zogen um. Ich verfluchte die Security obwohl ich keinen Grund dazu hatte. Nach 15 Minuten kam ein Polizist mit einem Stapel dicker Wolldecken an unser Zelt.
In Yazd nahm das "Ich wünsch mir etwas und es geht sofort in Erfüllung" gespenstische Ausmaße an: Wir liefen abends durch den Park, Vincent bemerkte "Jetzt würde ich gerne Shisha rauchen", und "woosh", 20 Meter weiter saß eine Gruppe um eine Shisha und winkte uns heran. 2 Stunden später löste sich die Gesellschaft auf, wir waren mittlerweile hungrig und machten uns auf den Weg zum Supermarkt, doch "woosh", noch im Park lud uns eine Familie mit riesigen Töpfen und Kochern bewaffnet zum Abendessen ein. Eine Gitarre wäre toll. "woosh", jemand kam mit einer Gittare an. Ping Pong, Fußball, Kartenspiele, alles war im Park vertreten, und ich habe das Gefühl, dass die Leute sich sehr freuen wenn man sie auf ihren Decken besucht, oder in ihren Häusern. Für die allermeisten ist es der erste Kontakt mit Touristen. "Thank you, my dear Friend, for your visit. I am so happy that I know you now!" Überall wo man hingeht, ist man der erste Tourist, hat man zumindest manchmal das Gefühl.
Das gibt einem natürlich auch Verantwortung. Man vertritt dadurch das Reisen, Touristen, man vertritt auch seine Landsleute. Man vertritt aber auch andere Ansichten, was manchmal eine Gratwanderung ist. Ich will keine Gefühle verletzen, aber wenn mich jemand explizit nach meinem Glauben fragt, lüge ich nur selten.
 Mit manchen Gastgebern stehe ich noch länger in Kontakt, so schön und herzlich und persönlich interessant sind viele Begegnungen. Ich habe im Iran die Hälfte der Zeit in meinem Zelt im Park geschlafen und die andere Hälfte bin ich privat untergekommen. Bezahlt habe ich in 4 Wochen genau 1 Unterkunft. Heute schlafe ich übrigens in einem 3-Sterne-Hotel. Die Kosten übernimmt die Gemeinde. Gibt es das sonst noch wo auf der Welt?

ENGLISH VERSION

Entering Iran

After recovering my cold, refilling all my batteries and finally refurbishing the bicycle in Mariettas B&B in Meghri, I rolled down the last km to the Iranian borde. Such a beautyful landscape, unfortunaley without any chance to take a picture - near the border, photography was forbidden. Remarkably, the last two persons in Armenia where two dressed up ladies in high heels and a lot of make up. They checked my passport extraordinary thoroughly, I had to put my luggage into an X-ray scanner. Never before on this trip has I been this excited when crossing a border: What do the Iranians want to know? Is there anything in my bag that could cause problems? GPS, medication?
After 15 minutes of waiting, I heard the sweet noise of the embarkation stamp on my passport. That was easy. Meanwhile, I amde friends with anouther german cyclist, standing in line after me. Ewald was 71 years old an a student again. He decided to take his holidays to cycle to Iran. In former times, he was a teacher.
After all, I had to answer some questions to the police officers: What was the name of my father? Where have I been born? Is this a big city? Which one is the biggest around? Ah, Munich, Schweinsteiger, Lahm!? Have a nice journey!

That's it? I'm in Iran? On the last counter I exchange my residual Armenian change into a bunch of bills with alot of Zeros, and then I headed to Tabriz, together with Ewald.
The first night we wanted to spend in the park in Jolfa. After drinking a russian coffee in a turkish restaurant, we asked the waiter for directions to the park and the bill. He only said "I don't take money from tourist. You are my guests", and after some Discussion we gave up."Please, come back for dinner!" Ok, I believe it now. We are in the Iran.

Tabriz

In Tabriz, we stayed in the "Parke Mosafer", the "Passenger Park", a small park exclusively reservated for tourists, with showers, electricity, cooled water, kitchen, and everything for free. Public services in Iran are great. There are a lot of public toilets, plugs, you can sleep in every park, and in most cities, there are water coolers on the sidewalk.
There is not much to see in Tabriz, the most interesting thing is the bazaar, a huge complex (the biggest in the world, if I'm not mistaken) with great halls. We made friends with an english teacher on the street who wanted to show us around, and invited us to visit his class later. We spend the whole day with him. Every night, we spend with different people, sometimes they are standing in line to have some conversation, and some are so sympathic that you make friends and spend a lot of time. As a gift, we received a small peace of an ancient persian carpet, from a carpet workshop on the bazaar. It is half as small as a doormat, and  after I had doubts about the weight and everything in the beginning, I am really happy about it. It makes me a great seat when sitting on concrete, and in the evening it is super comfy for changing shoes in front of the tent. Also, it gives me some street cred. All Iranians have a persian rug in their tent.
We met another cyclist in Tabriz, Bill, a really nice guy from Australia, who started his trip right here. We decided to cycle for a couple of days together, heading to the Caspian Sea. I was glad to have company after a long lonely time, to share good food, nice memories, to have deep discussions, and laugh about hilarious things. We passed Ardabil, famous for its cold temperature (it wasn't cold at all!) and a holy shrine, and had a 40 km downhill ride to the Caspian Sea. After a week or so, our path separated again, I wanted to go to Tehran  as soon as possible to apply for my Uzbekistan Visa.

Of Tourists and Pictures.

It is high season in Iran. Many families spend their last days on the Caspian or are already on their way back home, in Tehran or further south. I'm climbing the Elburz, from Chalus to Tehran, an endless line of cars beside me, they love to use their crazy loud horns when they pass, shout "Hellllloooooouuuu", or "How are you very much!" Thumbs up, high five, girls giggling shyly in the back seats, I am celebrated like a star. Many overtake just to pull over in front of me, cutting my way. They jump out of their cars, run beside me and take a picture. After I while, I am fed up and don't stop anymore. It's annoying and costs a lot of time. That might be rude, and I feel bad. Because some are really nice and offer drinks, nuts, water, cookies, a lot of chai, of course, or fruits. So I continue playing the celebrety game and smile into their cameras again. I have an idea how famous people must feel, now.

India

Sometimes, Iran is a little bit like India. People sit down less than a meter in front of me, and stare. Others join, stare. I set up my tent (a tiny one, with two layers, but without window, and I have to put together the sticks, first, craaazy!), everything is being touched (they like to touch the brake discs first, grrrr!), what is this? what is that? "That's a cooker! And that's petrol! Back up, please! this is going to explode". I literally have to push back the people, most of them don't speak a word of english, and my farsi is really really poor.

"Countryyyyyyy?" is the most abundant word on the road. I hear it from half of the people, without saying Hello or Salam first. I have an allergy against it by now, especially when it comes with this peculiar head-shaking. In these situations, I try different things. "Israel", "Poland" is interpreted as "Switzerland" and "Holland", even if I say the truth ("Alman"), some people think I'm from Armenia (Armenistan). Even without asking, some people guess right that I'm from Germany right away, and occasionaly I'm saluted with "Heil Hitler".

 

Meeeeeep!

I'm still climbing the Elburz, 2000 m by now. It is late, the tunnel on the pass is near. But with this traffic, I don't want to pass it. I'm afraid of suffocating in there. Heaven sent Mohammed with his pick-up truck. After he gave me a ride through the tunnel, he offered to sleep at his brother's place in Tehran. That was perfect, I was looking for a host in Tehran, anyway, and riding with him down to Tehran saved my around 1 day.
Tehran is a noisy and stinky place and full of cars. 14 million people, it has been 7 million 20 years ago. Faszinating how such a dense traffic can still be half way fluid. There are no rules except: Hesitate and you will lose! and: the one who uses his horn first, goes first. Traffic lights are suggestions. It is pretty easy, and with the bicycle it is actually quite fast, there are small gaps opening up everywhere.
It is a bit more tricky to pass the street as a pedestrian: go slowly and never turn back. The drivers notice you and anticipate your movement. Sudden changes will render the passage dangerous!
I have to wait 10 days for my Usbekistan Visa. Since there is nothing else to see in Tehran, we catch the bus to Isfahan, I am travelling with Victoire now, the French I met in Trabzon and again in Yerevan.

 

Couchsurfing in Iran

We also visited Shiraz, and with another French guy, I went on to Yazd. These cities are great! Less traffic, beatiful buildings, and awesome people. In every city, we were hosted by random people we met on arrival, or even in the bus.
In Isfahan, 15 year old Ali and his cousin showed us around for 2 days, arranged free tickets for the Chehel-Sotun Palace, checking nearby restaurants online, etc. In the evenings, Ali's mother prepared us dinner. Again I felt like a celebrity, visiting a city with bodyguards and and agents, and everything is arranged for.
In Shiraz, we made friends with awesome Masa. She provided us a blanket for the first night in the park, brought us breakfast to our tent, showed us around the most beautiful and hidden places in Shiraz together with another friend of her, and visited the breathtaing Friday Mosque with us. For the nights, she arranged a place for us to spend the night. We soared around the city by taxi, a 90 minutes ride to get food, fetch a guitar from a friend, and search  for the place that she has arranged. In the end, the driver charged us 6 Eur.
Our visit to Persepolis, some 50 km away from Shiraz, was completely arranged. Someone picked us up, brought us there, someone else arranged free tickets, someone else showed us the place... Incredible! The people are so nice that you visit the country, and are happy to do everything for you. Any wish will come true in a few seconds. The people can read your mind.
I'm on the road again, now. I need to be in Mashhad to pick up my 5-day Turkmenistan Visa on Thursday, i.e. in one week. Still 650 km to go. I better go, now....

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