über den Sauseonkel

es ist Zeit zu Reisen - eigentlich immer, aber jetzt erst recht! Was ich nach meiner Diplomarbeit nicht geschafft habe, hole ich jetzt nach.

In Konstanz zu leben ist eine sehr schöne Sache. Ich habe vor allem das letzte Jahr sehr genossen (also das nach der Abgabe. Was? ein Jahr rumgehangen? Neenee, Quatsch! Musste ja auch noch verteidigen, muss ich jetzt mal zu meiner Verteidigung sagen! Und außderdem n bisschen jobben und skifahren, und klettern und Reise planen (die Pläne haben sich geändert- dazu später mehr). Nach 12 Jahren und der abgeschlossenen Diss zieht es mich jetzt mal länger hinaus. Also raus halt! Weg, vielmehr! Mein Ziel ist, mit dem Fahrrad viele Länder zu erkunden.

Jahreszeitentechnisch bedingt ist gerade (Stand Juni 2014) eher der Norden angesagt (ursprünglich war eine Reise von hier bis nach Zentralasien und dann noch weiter geplant, daher auch die etwas längere Planung - aber jetzt um die Jahreszeit noch dahin zu starten, wär a bissl idiotisch, is scho a bissl spät - wohl zu lange geplant, grmpfh! mir ist da halt was dazwischen gekommen, aber damit fange ich jetzt nicht auch noch an!), daher habe ich mir jetzt erstmal die Umrundung der Ostsee vorgenommen. Sozusagen auch als Generalprobe, wies so is aufm Sattel, und obs ma taugt, gell.

Und warum Sauseonkel? Auf einer kleinen Testrunde durch Süddeutschland (oje, muss ich darüber jetzt auch noch was schreiben?) habe ich mit dem Fahrrad auch die Familie meines Bruders besucht. Meine kleine Nichte stellte haarscharf fest, dass viele ihrer Freunde auch einen Onkel haben, aber sie doch die einzige Familie mit einem Sauseonkel sind. Und der heißt mit bürgerlichem Namen Jacob. Jetzt ist das auch mal raus.

 

Das Projekt

Einmal um die Ostsee - Der Plan ist von Sonthofen nach Berlin zu fahren, dort ein paar Tage zu verbringen, und dann durch Polen, das Baltikum, und wenn das mit dem Russland-Visum klappt, über Sankt Petersburg nach Finnland zu fahren, ansonsten nehme ich notgedrungen die Fähre von Tallin nach Helsinki. Dann Finnland nach Norden - und über Schweden wieder zurück, schließlich noch über den Belt und Kopenhagen zurück nach Deutschland. Eigentlich gar nicht so kompliziert. Ich habe nur Angst vor den paarmillionen Kilometern borealen Wa Ich freue mich besonders auf die endlosen Weiten des borealen Waldes, der mich in Finnland erwartet. Genau! Denn Angst sollte ich höchstens vor den fiesen Tieren haben, die es da zuhauf gibt: hungrige Bären, böse Wölfe, Zecken, Krokodile, Yetis, Zillionen von Mücken, was hört mich nicht alles...! Und während der ersten 2,3 Tage alleine im Wald bestimmt ganz entzückend, fallen einem nach einer Woche wahrscheinlich die Bäume auf den Kopf, (und durch den Aufschlag dann wenigstens die Fliegen aus der Nase), wenn diese Abwandlung der Deckenmethaper gestattet sei.

Ich bin sehr gespannt, gerade stelle ich mich das Baltikum noch sehr lebendig vor, mit vielen Begegnungen und großer Abwechslung, Finnland und Schweden dagegen eher menschenleer dafür mit umsomehr Bäumen (was heißt ich stell es mir so vor - Alter, ich hab auf google street view nichts anderes gesehen, das wird wohl keine Fototapete gewesen sein!). Nach der Einsamkeit, auf die ich nicht weiß wie ich reagiere- bin ich doch schon eher ein geselliger Mensch - kann ich mich dann umsomehr wieder auf die zunehmende Bevölkerung und Infrastruktur freuen, wenn es in Schweden wieder Richtung Süden geht. Das mal eine sehr naive Einschätzung von mir. Auch auf die Gefahr hin, dass mich jetzt einige auslachen. Jaja, das sind halt auf meiner Landkarte im Kopf noch recht weiße Flecken. Das was ich als 8-jähriger aus den Bullaugen des Hanomags meiner Eltern von der Welt da oben erhascht habe, ist halt auch schon wieder sehr verblasst. Und außerdem waren wir damals (vor 24 Jahren, uff!) ja auch "nur" in Schweden und Norwegen unterwegs.

 

Comments   

0 #1 anj 2014-07-07 07:57
cooler Auftritt! Keep on rolling Sausenonkel!
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