English summary below

Giresun 20.7.2015
In den Haselnussgärten an den Hängen über Giresun sitze ich gerade auf dem Balkon des Sommerhauses meiner Gastgeberfamilie von "Warmshowers" und genieße den Blick über die Stadt am Meer mit einem türkischen Kaffee. Das Rauschen der Blätter und Zwitschern der Vögel lässt den entfernten Lärm der Stadt fast verschwinden. Gestern abend saß ich am gleichen Platz und unterhielt mich trotz der Sprachbarriere hervorragend mit Emin, einem Freund meines Gastgebers Kadir. Die beiden sind zwei der wenigen radfahrenden Türken. Auf dem Rad werden sie - wie ich - meist auf englisch angesprochen und nach ihrem Herkunftsland gefragt. Sie waren gestern noch auf 2tägiger Fahrradtour und kamen erst im Dunkeln nach Giresun zurück. Emin wohnt ein paar Städte weiter und hat deswegen auch die Nacht hier verbracht und mir wunderbare Gesellschaft geleistet. Mein Rad übernachtet unten in der Stadt in Kadirs Garage.


Kadir ist ein unglaublich sympatischer und aufmerksamer (ich würde fast sagen "fortgeschrittener") Gastgeber. Er hat uns mit dem Auto hier hoch gefahren und dann das ganze Haus gezeigt inklusive Waschmaschine. Er hatte auf meinem Profil gelesen was ich vorhabe, und mir als Bettlektüre eine Landkarte vom Iran mitgebracht, die er mir am nächsten Tag trotz meiner Proteste schenkte. Es ist schon verrückt was ich für ein Glück habe. Seit Wochen überlege ich mir, wie ich an diese Karte komme. Es ist in der Türkei nicht möglich, Landkarten anderer Länder als der Türkei zu kaufen. 
Heute morgen kam er mit Oma und Mama und einem riesigen Frühstück an. Danach brachte er mich mit dem Auto zurück in die Stadt. Verabschiedet hat er mich nicht an seiner Haustüre, sondern ist mit mir bis an die Hauptstraße gegangen, damit ich mich auch ja nicht verlaufe. Von dort waren es noch 1,5 Tagesetappen nach Trabzon.

Macka 27.7.2015
30 km südlich von Trabzon liegt Macka, zu groß für ein Dorf, zu klein für eine Stadt. Hier wohnt Yasar, ein Couchsurfer, bei dem ich untergekommen bin. Er ist Ende 40 und damit schon in Rente. Eine Woche bin ich nun schon hier, aber seit heute morgen ist ein Ende in Sicht. Doch der Reihe nach:

Geld"wechseln"?
Solange ich die Referenznummer für meine Visum-Bewerbung noch nicht habe, brauche ich auch nicht auf das Iranische Konsulat in Trabzon, dachte ich mir, und wollte mir an der Küste etwas Meer Zeit lassen. Wegen der guten Straßen bin ich aber doch schon viel früher in Trabzon angekommen als errechnet. Wo ich schonmal zu Banköffnungszeiten da war, wollte ich die Gelegenheit nutzen, um mich auf die Zentralasiendurchquerung finanziell vorzubereiten. Da man im gesamten Iran und auch in Turkmenistan als Tourist nicht an Bargeld kommt, muss man alles von außen in harter Währung mitbringen, also ca. 700 € in Bar. In diversen Foren las ich von Leuten, die Probleme hatten, Euronoten dort umzutauschen wenn sie nicht druckfrisch waren. Nicht einmal gefaltet dürften sie sein. Ich schleppe seit ein paar Tausend km 250 € mit mir rum, und nochmal 200 € seit Istanbul. Meist am Körper, in die Geldkatze geknüllt, jeder Schein hat bestimmt schon ein paar Liter Schweiß aufgesaugt und wieder verdunstet. Druckfrisch sind die also schon lange nicht mehr, sondern abgeranzt und mit einem Haufen Eselsohren. Die Wachmänner vor der Bank sagten erstmal ihr Sprüchlein "no exchange here" auf. Ich erläuterte mein Problem so gut ich konnte, es sei ja kein Wechsel im konventionellen Sinn. Einer wollte das Geld sehen bevor er mich hineinließ und so zog ich auf der Straße, vor der Bank 200 Euro aus der Tasche, und kurz darauf reichten vier Hände das Geld hin und her, fuchtelten damit rum und hielten es weit nach oben gegen das Licht. Nun war das nicht gerade die diskreteste Art und Weise mit Geld umzugehen. Schließlich ging einer der beiden mit mir hinein, aber außer das Geld durch den Scheinzähler zu jagen und zu sagen: "No problem. See- Still works!", war nicht drin. "No exchange, no problem!" Bei der Bank nebenan hatte ich mehr Glück, eine nette Dame konnte ich mit meinem ganzen Charme dazu bringen, das Geld anzusehen, mit mir nach oben zu gehen und die versifften Scheine gegen neuere zu tauschen. Eine sehr nette Aktion, ohne dass die Bank was davon gehabt hätte. Nun habe ich zwar statt Fuffies Hunnies, und druckfrisch sind die auch nicht, aber sie sehen zumindest mal viel besser aus. Druckfrische Euros bekäme man in der Türkei nirgens, sagte sie noch. Also werde ich dieses Spielchen in den nächsten Wochen noch so einige Male treiben und hoffe auf diese Weise nach und nach an möglichst neue Euros zu kommen. Uff.

Sightseeing in Macka
Am ersten Tag nach meiner Ankuft in Macka habe ich das berühmte Kloster Sümela besichtigt. Es ist ein paarhundert Jahre alt und wurde von orthodoxen Griechen in eine überhängende Felswand gebaut, ein sehr beeindruckendes Bauwerk. Es wurde erst vor kurzem touristisch erschlossen, daher sind viele der originalen Fresken von Idioten zerstört und zerkratzt worden, und teilweise auch geplündert. Nun ist es DIE Touristenattraktion im Umkreis einiger 100 km, und so strömen jeden Tag tausende Menschen dorthin, es ist voll, laut und stinkt. Unter anderem kommen sehr viele Araber. Mancher zerrt 3 Frauen hinter sich her, die sind dann komplett schwarz verhüllt. Nur ein Schlitz für die Augen ist frei. Es ist gewiss anders gedacht, aber gerade von diesen Frauen geht für mich eine krasse Faszination aus. Ich habe wenig Anhaltspunkte, der Rest wird im Kopf vervollständigt. Allein von Körperhaltung, Gang und den Augen schließe ich auf Alter, Schönheit und Zufriedenheit dieser Frauen. Und die meisten Augenpaare sind sehr schön und ich muss mich zwingen nicht zulange hinzusehen. Mein Plan, mir ein ruhiges Plätzchen zu suchen und den Tag dort oben, wo es etwas kühler ist als im Tal, zur Erholung zu verbringen, schlägt fehl. Es ist einfach zu viel los und zu wenig Platz. Also trampte ich nach der Besichtigung wieder nach Macka zurück und habe Kässpätzle für Yasar und noch 4 weitere Mitesser gekocht. Sehr improvisiert, geschabt unter erschwerten Bedingungen mit einem Pfannenwender von einem Topfdeckel, in Ermangelung eines Spätzlehobels, und mit türkischem Käse. Das mach ich auch nicht nochmal, dachte ich mir dann. Es hat überraschenderweise doch ganz gut geschmeckt und kam so gut an dass ich gebeten wurde es nochmal zu machen. Also gut.

Ein ganz normaler Tag
Yasar ist sehr entspannt und verbringt den Tag hauptsächlich mit Schlafen und Fernsehen. Er geht um 10 ins Bett und steht nicht vor 10 auf. Nachmittags legt er sich nochmal schlafen. Oder er geht mit mir irgendwo hin. Wenn wir durch den Ort spazieren, klappern wir immer alle Läden seiner Freunde ab und trinken mit jedem mindestens einen Cay. Zuerst zu Ahmet in den Haushaltsgeräteladen, denn der ist klimatisiert. Später dann zu Samim in seinen Bretterladen für den Innenausbau.  Das Lager ist etwas größer als eine Doppelgarage, es hat ein paar Grad weniger als auf der Straße, an den Wänden lehnt die Ware, und in der Mitte des Raumes steht ein kleiner Tisch mit Stühlen drumherum. Ständig kommen andere Bekannte vorbei, setzten sich, quatschten, stehen wieder auf und gehen. Alle drei Stunden kauft jemand n paar Bretter oder auch gleich nen ganzen Laster voll, dann muss Samim kurz aufstehen. Auf dem Nachhauseweg machen wir noch halt an mindestens einem Cay Salon, und auf jeden Fall beim Sportclub. So geht der Nachmittag vorbei und man hat ca. 6 Cay getrunken. Meist trifft man noch Bekannte auf der Straße, macht eine Spritztour mit dem Neffen, der gerade vorbei kommt, aber kurz bevor es dunkel werden die Bürgersteige hochgeklappt, da geht man dann wirklich mal nach Hause. Ich kenne mittlerweile Yasars Mutter, seine Tochter, 4 Cousins, einen Bruder, seine Schwägerin und 3 seiner Neffen. Dazu unzählige Freunde.

Und einer in den Bergen
An einem anderen Tag sind wir mit seinem Cousin Ayhan und Ewa und Goscha, zwei polnischen Couchsurferinnen zu einem Ausflug zum Kloster Vazelon aufgebrochen. Ein Taxi fuhr uns geschickt über eine steile, unbefestigte Bergstraße. Das Kloster ist ein bisschen ähnlich und ein bisschen Gegenteil zu Sümela. Auch griechisch-orthodox, auch an einer Felswand, aber Vaseylon ist kleiner, eher im Wald versteckt, nicht erschlossen, zerfällt gerade vor sich hin und wird vom Wald überwuchert. Einerseits schade, denn das Kloster hat eine irre Geschichte. Ich fand den Ort noch faszinierender als Sümela, denn es gab sehr viel zu entdecken. Wir waren die ganze Zeit alleine und sind in den Ruinen rumgekrochen. Leider sind auch hier die 500 Jahre alten Fresken von Dumm-Touris bekritzelt und zerkratzt worden. Auf dem Rückweg haben wir Pfifferlinge und Steinpilze gefunden und uns an Brombeeren und Mirabellen sattgegessen. Anschließend bin ich mit den Frauen noch 60 km nach Süden getrampt um eine Tropfsteinhöhle bei Turol zu besichtigen. Die war recht klein, aber sehr sehr hübsch. Ich hätte ne Stunde einfach nur dastehen können und diese Tropfsteine bewundern (leider durfte man keine Fotos machen). Auf dem Rückweg kurz vor unserem Ziel haben unsere Fahrer überraschend an nem Restaurant angehalten und einen Riesenhaufen Lammkebap und Salat für alle geordert. Das war äußerst nett. Leider hatte ich nicht so viel Appetit, wir sind 10 Minuten vorher an nem hässlichen Unfall vorbeigekommen. Moped vs. Auto, Frontalcrash auf dem Highway. Sah gar nicht gut aus für den Mopedfahrer. Die fahren hier halt auch alle im T Shirt ohne Helm, das kommt noch dazu. Ich nehme ja jetzt schon ne Weile am türkischen Straßenverkehr teil, aber wie kriminell und mit welchem Gottvertrauen die wirklich fahren ist mir durch das Autofahren erst so richtig aufgefallen. Allah Korusun. Ich habe mich ständig irgendwo festgekrallt und war jeweils froh wenn wir wo ankamen. Da wird mit 140 in eine Baustelle mit 30er-Schild reingebrettert, 5 nicht angeschnallte Passagiere auf der Rückbank, und Fahrspuren und Überholverbote haben absolut null Relevanz, da sind Frontalzusammenstöße bei hohen Geschwindigkeiten vorprogrammiert. Die Polinnen trampen schon seit Wochen durch Armenien, Georgien und die Türkei und meinten, in Armenien und Georgien sei das schlimmer, denn da sind die dazu noch rotzbesoffen. Mir hat das echt gereicht, ich werde möglichst in keine Autos mehr einsteigen in nächster Zeit, ich weiß gar nicht wie die das so seelenruhig machen können.

Vor ein paar Tagen waren Yasar, Ayhan und ich wieder in den Bergen, auf einem Festival. Es war so etwas wie ein öffentliches Großfamilienfest, es gibt dafür glaube ich keine Entsprechung bei uns. Wir sind mit einem Shuttlebus ca. eine Stunde lang steil bergauf gefahren über unbefestigte Bergstraßen und da oben war dann so was wie ne Festwiese. Da war eine kleine Bühne aufgebaut und ganz viele Tische mit Stühlen. Nach der Begrüßungsrede wurde erstmal die Nationalhymne abgespielt, und alle standen brav dazu auf. Wie bitte? Ich veranstalte ein Verwandschaftstreffen und bitte die Leute dann zur Nationalhymne aufzustehen? In Deutschland unvorstellbar, zumindest in den Kreisen in denen ich verkehre. Dann folgten viele Ansprachen und Volksmusik. Auf einmal große Aufregung und ein Gerangel, aus dem ein blutender Typ rauskam, und ein paar völligst aufgelöste Frauen, es folgten große Diskussionen und viele Tränen. Was war da los? Ich dachte erst, da haben sich zwei um ne Frau geprügelt und die Angehörigen müssen jetzt klären inwiefern Familienehre verletzt wurde, aber als ich mich auf dem Rückweg bei Ayhan erkundigt habe meinte der nur, jemand sei einem anderen auf den Fuß gestiegen. Unglaublich. Ich möchte nicht wissen was sich für Szenen abspielen wenns wirklich mal um ne Frau geht.
Zurück sind wir wieder gelaufen. Wir hatten in 24 km und 6 Stunden haufenweise Pilze gefunden Am Ende spürte ich meine Beine nicht mehr, aber es hat sich gelohnt.  Seit Tagen essen wir Pilze. Ich kochte Semmelstoppelpilzragout mit Semmelknödeln zu Abend, Pfifferlingsomelett zum Frühstück, heute Steinpilzomelett.

Gerade ist Yasars Tochter Özgel aus Istanbul zu Besuch. Das finde ich super, denn mit Yasar alleine ist es etwas schwierig zu kommunizieren. Er lernt zwar durch seine Couchsurfing-Bekanntschaften etwas Englisch, doch bisher sind das nur einzelne Wörter, zusammenhänge Sätze kann er noch nicht und versteht sie auch kaum. Also schmeißen wir uns immer Wortreihen hin und her und ergänzen diese mit Gesten und Türkisch. Nun kann ich mich zumindest mal der Tochter einigermaßen mitteilen und Sie übersetzt dann einiges.
Gestern waren wir in Trabzon, Eis essen, Cay trinken in einem Garten oberhalb der Stadt, und Sightseeing. Die berühmte Aya Sofia ist eine uralte orthodoxe Kirche, die nun als Moschee dient. Mir erschließt sich der Sinn nicht ganz, warum man den historischen, hohen und mit wunderschönen Fresken bemalten Kuppelbau innen mit einem Stoffwürfel auskleidet. Klar, es ist eine Moischee, daher darf man keine Bilder mehr sehen, aber genausogut hätte man irgendwo einen Container hinstellen können, denn von der Architektur und Bemalung sieht man halt gar nichts mehr. Nur einen langweiligen Raum mit Kunstlicht und Pressspan. Die Touristen können über einen Seiteneingang am Stoff vorbei noch ein bisschen die Originalität erahnen. Aber gut, es geht mich ja im Grunde nix an wie die Trabzoner mit ihrer Geschichte und den Altertümern umgehen.

Heute morgen habe ich endlich die lang ersehnte email von key2persia mit meiner Referenznummer bekommen. Exakt 15 Tage nachdem ich das Geld überwiesen habe. Es geht bald weiter, juhuu. Ich hatte Zeit ein paar Reiseberichte zu lesen. Es wird nach Georgien weitergehen.

Und sonst so:

-Ich habe mal wieder ferngesehen: Ein japanischer Sender, auf Englisch, berichtet die Hälfte der Sendezeit über Nudeln.

 

English summary:

Stuck in Macka

Since one week I enjoy life in this small town where I wait for my Iranian visa. Again I am a very lucky guy, since I found a very patient and nice host here: Yasar used to live in Istanbul but came back to his hometown after he retired. By now I know his mother, cousins, brothers, nephews and his daughter, as well as tons of friends. We usually walk around the village and visit his friends in their shops, drink cay, and chat. That means, I usually just sit around, and the guys talk in Turkish, unless cousin Ayhan is also there,who knows English. Yasar introduces me to everyone he meets and tells them my story and my plans, and we meet a lot of people within a day, so meanwhile I am well known here.

Macka is located 30 km south of Trabzon, and 16 km north the monastery Sümela, one of the major touristic places around. Macka has some other things to offer, for example, another monastery: A mystic hidden place in the forest, falling apart and getting, or just the mountains around. There are lots of mushrooms, and I have a lot of time, so since 3 days I am cooking a lot of omelette or mushroom ragout. I even introduced the family in traditional southern german dishes like Kässpätzle and Semmelknödel. I also visited a nice stalactite cave and a boring mountain festival in 2000 m of altitude where families got engaged in a fight because one guy stepped on another's foot. I survived hitchhiking, and I deliberately watched TV for the first time of maybe 6 month. I especially like the japanese station in English language, they report about special sorts of noodles for roughly 50% of the time.

This morning, I received an email from my iranian travel agent containing my reference number. My time here will come to an end soon. I am looking forward to it since I read a lot of travelblogs about Georgia and Armenia.

 

 

Today's double feature - Volume 2 - article from 18th of July, 2015



This morning I was awakened by my phone receiving the text "Ramadan Bayraminiz mübarek olsun. YUSUF BASAR!" from my provider. I still don't know a lot of turkish but my interpretation is "Ramadan is over. HAPPY FEEDING". Indeed, you could see people eating shamelessly during daylight, everywhere. Crazy!
Apparently, this public holiday put people in a good mood. I experienced a lot of warm welcoming since I am cycling the black sea road, but today was extraordinary:

Todays double feature Volume 1 - Article from 10th of July - published today


Lesson in Mythology - Feel like Sisiphos!


Fatih and Zenip, my Istanbul hosts, completely refilled my batteries. I still don't know how to thank! I had a lot of delicious food these days. On Saturday, Fatih even dropped me and my bike in Sile (60 km north of Istanbul on the black sea), saving me from cycling through Istanbuls's traffic hell again. There, the 4-lane Highway suddenly becomes a neat curvy road along the coast. That, by the way, is an interesting phenomenon around the cities. Suddenly, the road becomes wide and you find yourself squeezed in heavy traffic and passing 4 power plants in 10 minutes, but out of a sudden everything disappears and you can "enjoy" the lonely dusty road again - up and down, never ever flat. The worst part so far was

Die letzten 4 Tage habe ich fast nur damit zugebracht, durch Istanbul zu latschen und es mir gut gehen zu lassen. Viel Kaffee, viel essen, ein Besuch im Hamam. Es gibt so viel zu entdecken, und so viel zu essen, dass ich das noch sehr lange weiter so machen könnte. Aber ich muss auch mal weiter, und Istanbul ist auch leider relativ teuer (für türkische Verhältnisse), so dass das Vergnügen schnell ins Geld geht.

Heute wird wahrscheinlich mein letzter Tag sein, morgen früh soll es weiter gehen, an der Schwarzmeerküste Richtung Osten. Ich glaube ich bleibe noch einen Tag hier. Istanbul ist eine sehr freundliche Stadt, und ich fühle mich sehr wohl, obwohl ich das Gefühl habe, ein alter Sack zu sein. Die Menschen auf den Straßen sind unglaublich jung und hip, vor allem auf er anatolischen Seite, in Kadiköy, wo die Bars und Szenecafes neben alternativen Buch- und Hippieläden zu finden sind, so wie am Prenzlberg.

Untergekommen bin ich hier bei sehr netten Menschen (vielen Dank Selim für den wunderbaren Kontakt), die mich füttern und herumfahren und keine Frage offenlassen. Eine kleine Sequenz daraus: